Mit 20 Mädchen auf Hoher See

Integration ist im normalen Sprachgebrauch meist mit spezifischen Vorstellungen vergnüpft.
Die Bürgerhilfe wollte mit diesem Projekt auch ihre Vorstellung kund tun und hatte im August 2009 gerade mit den Mädchen verschieden Ethnien eine nicht alltägliche Reise vor:
Einen einwöchigen Segel-törn auf einem histori-schen Zweimaster, kreuz und quer über das Holländische Wattenmeer.
Das Angebot richtete sich an alle Berlinerinnen der Zielgruppe „weiblich zwischen 14 und 18 Jahre sowie Familien mit jüngeren Kindern.
Fünfundzwanzig Mädchen und Betreuerinnen aller teilnehmenden Ethnien fuhren also am 14. August nach Harlingen in Holland und bestiegen dort den Klipper Poseidon.
Die Besatzung des Schiffes bestand lediglich aus dem Skipper und einer Decksfrau, das heißt alle Aufgaben an und unter Deck wurden von uns erledigt, im nautischen Bereich unter Anleitung der Stammbesatzung.

Schnell erkannten die Mädchen, dass es bei den eng verzahnten Arbeitsabläufen an Bord eines Großseglers auf Teamwork ankommt. Ohne Anweisungen begannen Sie sich, je nach Geschicklichkeit und Kraft, in Gruppen einzuteilen, also auch nebenbei die eigenen Cliquen zu verlassen und bei der körperlich durchaus anspruchsvollen Arbeit die anderen kennen zu lernen und ihren Spaß zu haben. Im Verlauf der Woche wuchs aus der „bunten Gruppe“ eine eingespielte Crew.

Doch schließlich sollte die Fahrt  Urlaub sein. Also gab es auch viel Freizeit.
Die Teilnehmerinnen konnten die Ziele der Tagesetappen selbst bestimmen und so erkundeten wir einige Westfriesische Inseln, ließen das Schiff mitten im Watt trockenfallen, genossen die einzigartige „Landschaft“, sammelten nebenbei Muscheln für das Abendessen und übernachteten bei Gelegenheit auf See vor Anker. Einige von uns nutzten diese Gelegenheit dazu, auf Deck zu schlafen.
Im Verlauf der Woche wurden zwei Geburtstage gefeiert, wurde zusammen gespielt, gealbert, gelacht und gearbeitet. Hand in Hand geht`s besser!
Jede teilnehmende ethnische Gruppe hatte einen Kombüsentag und damit Gelegenheit dem „Rest der Besatzung“ besondere Spezialitäten zu präsentieren.

Die Mädchen und ihre Betreuerin investierten viel Zeit und Mühe und präsentierten jeweils ein echtes Festmahl. Wir schlemmten bis spät in die Nacht, nur um wenigstens alles einmal probiert zu haben.
Bei allem spielte das Wetter mit wie bestellt. Sonnenschein und eine kräftige Brise macht-en das Leben an Deck ange-nehm. Die Zeit verging wie im Fluge. Am 21. August war denn auch alles wieder vorbei und wir nahmen schweren Herzens Abschied vom Schiff und seiner Besatzung.